11. März 2026

Zur kinderärztlichen Versorgung in Liechtenstein

Zur kinderärztlichen Versorgung in Liechtenstein

Wie der LKV in einer Pressemitteilung (Okt. 2025) schreibt, liegt im Bereich Kinder- und Jugendmedizin seit Jahren ein Mangel an Kinderärzten vor, nicht nur in Liechtenstein, auch in der benachbarten Schweiz.
Dass wir auf einen Mangel zusteuerten, war spätestens klar, als vor etlichen Jahren die Kinderarztpraxis von Dr. Dieter Walch nachbesetzt werden musste, was mit einigen Schwierigkeiten verbunden war, ebenso wie bei der ehemaligen Praxis Sünderhauf in Buchs. Für letztere konnte über Jahre keine Nachfolge gefunden werden, weshalb zur Aufrechterhaltung der Versorgung Kinderärzte des Ostschweizerischen Kinderspitals nach Buchs delegiert wurden.
Aufgrund der in Liechtenstein festgelegten Bedarfsplanung stehen für die Pädiatrie in der OKP 550 Stellenprozente zur Verfügung, von denen 500% besetzt sind, 400% davon im Inland. Weitere 100 Stellenprozente sind in die Schweiz vergeben. Ein weiterer Kinderarzt in Liechtenstein hat auf Ende 2026 seine Pensionierung angekündigt, wodurch sich das Problem weiter verschärfen wird.
Um dem entgegen zu wirken, hat die Regierung gemäss der Beantwortung entsprechender Kleinen Anfragen (Okt. 2025, März 2026) das Liechtensteinische Landesspital damit beauftragt, gemeinsam mit dem Kantonsspital Graubünden sowie dem Ostschweizerischen Kinderspital mögliche Lösungen für eine kinderärztliche Versorgung in den Räumlichkeiten des Liechtensteinischen Landesspitals (LLS) zu prüfen. Mit dem Start des pädiatrischen Angebots am LLS ist per Ende Mai 2026 zu rechnen.
Das Ministerium für Gesellschaft hat zudem eigenständig eine Stelle für eine Kinderarztstelle ausgeschrieben. Die daraus resultierenden acht Bewerbungen wurden der LAek zur Prüfung übermittelt, da die Besetzung der Bedarfsstellen per Gesetz von den zuständigen Tarifpartnern LAeK und LKV vorzunehmen sind.
Es bleibt zu hoffen, dass dadurch eine per 1.1.2026 vakante Bedarfsstelle von 50% sowie die Ende 2026 frei werdende Bedarfsstelle nachbesetzt werden können und der Kapazitätsengpass in der Pädiatrie behoben wird.
Indessen wird die Liechtensteiner Patientenorganisation LIPO immer wieder von Eltern darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihre Kinder, wenn sie nach Erreichen des 18. Lebensjahres nicht mehr vom Kinderarzt betreut werden, keinen Hausarzt mehr finden, da auch deren Kapazitäten ausgeschöpft sind.